Eichhörnchen brauchen unsere Hilfe
Eichhörnchen brauchen unsere Hilfe

Ein Eichhörnchen-Futterhaus auf dem Wege der Besserung

Anstoß zu diesem Thema gab mir eine Bekannte, die ein handelsübliches Eichhörnchen-Futterhaus geschenkt bekommen hatte. Nach nur kurzer Zeit im Einsatz verschimmelten die Futtermittel darin. Nach umfangreicher „Googelei“ im Internet verschaffte ich mir einen Überblick der aktuellen Futterhäuser, die unter vielen Namen dort beschrieben und abgebildet sind. Was alle Objekte meist gemein hatten: Der Käufer oder die Selbstbauer wollten etwas Gutes tun, den Tieren helfen und/oder ihren Garten schmücken.

Grundsätzliches für beste Futteraufbewahrung und Sicherheit.

• Das Futter darf nicht verschimmeln
• Die Eichhörnchen dürfen sich nicht verletzen
• Nur wetterfeste und ungiftige Materialien für die Gäste

Dazu finde ich, wenn man diese flinken Geschöpfe betrachtet wenn sie anmutig den Garten untersuchen, das ein Futterhaus für sie wenigstens ähnlich wertig in der Optik aussehen sollte, denn es darf gerne ein bißchen zu den eleganten Kletterkünstlern passen.

Es gibt einige Internet-Quellen, wie zum Beispiel www. eichhörncheninfo.de, die mit Artikeln wie „Vorsicht — Ungeeignete Futterboxen“  aufmerksam machen. Das ist absolut lesenswert! Da kann man gerne nach suchen, um aktuelle Erkenntnisse oder Erfahrungen beim Bau eines Futterkastens zu berücksichtigen.

Zusätzliche Eigenschaften meiner Futterbox:

• Eine Be- und Entlüftung
• Ein Regenablaufbrett über dem Dach-Scharnier
• Eine Schutzkante an der Plexiglasscheibe
• Ein Dach, was Eichhörnchen anheben können
• Ein Dach, das nicht unvermutet wie ein Schlagbrett wirkt
• Ein Dach mit deutlichem Gefälle und Überstand
• Ein Wasserablauf im Futterbehälter
• Ein großzügiges Sitzbrett vor der Futterbox
• Echtes Massivholz, natürlich wetterfest
• Ungiftiger Wetterschutz für die Außenflächen

Konstruktions-Details:

Als Holz habe ich, bis auf die Rückwand und das Dach, Douglasie genommen, gehobelt. Die Rückwand ist aus dickerer und breiterer Fichte. Zuerst habe ich alle Teile aufgezeichnet, ausgesägt und lose zusammengestellt. Dann hat man schon einen ersten Eindruck vom späteren Körper und kann jetzt noch Änderungen vornehmen. Alle Brettteile sind geschraubt, die Schrauben versenkt, nicht vorstehend.
Im Boden der Box ist ein fast flächendeckendes stabiles Metallgitter eingelassen und sorgt für eine Unterlüftung und gleichzeitig als Wasserablauf. In den Seitenteilen oben ist je eine Lochreihe gebohrt und angesenkt als weitere Entlüftung zusätzlich zum Öffnungsspalt zwischen Plexiglas-Oberkannte und Dach, an der Vorderseite.
Mein verwendetes Plexiglas ist 4 mm stark und hat einen Oberkantenschutz aus einer Holzleiste, die abgerundet wurde. Die Plexiglasscheibe läuft links und rechts in den Nuten der Seitenwände.

Ein Wort noch zu den Brettbreiten. Das stabilere Rückseitenbrett muss ein bißchen breiter sein als das vorgesehene Regenableitbrettchen, welches das Dach-Scharnier vor Wasser schützt und verhindert, das Regen an der Rückwand entlang von oben in den Kasten läuft. Das Regenableitbrettchen muß wiederum etwas breiter sein wie das Klapp-Dach und die Dachfläche sollte deutlich mit Überstand die eigentliche Futterbox abdecken. Das ist zu bedenken, bevor es an den Zuschnitt geht.
An allen ausgesägten Holzteilen werden die Kanten und Ecken gerundet.
Einzig für das Dach nehme ich wasserfestes Multiplex-Birken-Sperrholz, weil es sich nicht verzieht oder wirft, obwohl es sehr dünn ist und damit leicht anzuheben — darauf kommt es an.


Das Regenableitbrettchen muss so weit nach vorne vorstehen, das es in zweiter wichtiger Funktion, verhindert, das die Dachklappe nie senkrecht stehenbleiben kann, um eventuell wie ein Schlagbrett bei einem gerade vorgebeugtem Eichhörnchen auf den Kopf zu fallen. Als Gegenstück  dazu ist die breite Plexiglas-Kantenabdeckung gedacht, als Kehlschutz im Fall, das mehrere Tiere da toben und einer auf den Deckel springt, während ein anderes Tier gerade in der Box nach Nüsse sucht.

Mein Ansitzbrett ist vor der Nussbox sehr großzügig in die Länge gezogen, damit ein Eichhörnchen auch richtig sitzen kann und, was wichtig ist, in alle Richtungen nach Gefahren oder Fress-Konkurenten Ausschau halten kann.
Mit Holzbeize auf Wasserbasis und Leinölfirnis kann man das „Äußere“ einfärben und vor Wettereinflüssen schützen.

Tipps:

Bitte nur Futter verwenden, das selbst keine Feuchtigkeit ausdünstet. und lieber wenige Nüsse anbieten, dafür ofter nachfüllen …
Eichhörnchen brauchen manchmal etwas länger, um das Klappdeckel-System zu verstehen. Es hilft, eine Haselnuss, vorne zwischen Deckel und Kasten einzuklemmen. Dann wissen die Hörnchen, das das Dach beweglich ist. Auch hilft es am Anfang, Vogelfutter auf das Ansitzbrett zu streuen. Die Vögel sehen das sofort, bedienen sich, und zeigen so den Eichhörnchen das es da etwas zu holen gibt.
Eichhörnchen merken sich nicht, wo sie Futter versteckt haben. Sie riechen es. So finden sie auch von anderen Hörnchen die Futter-Verstecke und wissen auch recht schnell, ob die Futterbox gefüllt ist.

Wie mein fertiges Eichhörnchen-Futterhaus zum Schluss aussieht, kann man der beigefügten Bilderserie entnehmen, da habe ich die einzelnen Bau-Abschnitte fotografiert und zum Schluss auch noch die gewünschten Futtergäste am Futterhaus und in meinem Garten.

Eichhörnchen brauchen unsere HilfeAlle Teile der Futterbox sind ausgesägtZur Kontrolle werden die Teile grob zusammen gestelltDas Bodengitter ist bündig eingesetztBis auf den Innenraum ist alles eingefärbtDer Zusammenbau beginnt soDas fertige Futterhaus von schräg oben gesehenDiese Ansicht zeigt mehr die UnterseiteDer Klappdeckel wird so nicht zur SchlagfalleGut zu sehen: das 4 mm starke Plexiglas mit KantenschutzAm Bestimmungsort wartet das Futterhaus auf seine GästeZuerst sichert das Eichhörnchen die UmgebungIst die Luft rein werden die Auslagen bestauntSo vorsichtig schiebt das Eichhörnchen den Deckel hochHier wird gerade die beste Nuss ausgesuchtMit guter Aussicht und bequemen Sitz schmeckt die Nuss gleich viel besser ...Und so kann man beim Fressen die andere Seite des Garten sichernEichhörnchen trinken gerne und vielSo gestärkt kann das Revier erkundet werdenBeim Suchen nach Leckereien immer wachsam inne halten -- man kann ja nie wissen ...Erst einmal in Fluchtposition ausrichten: der Fotograf hat sich verraten ...

Ich habe zuerst einen Prototypen in dargestellter Mach-Art gebaut und ein Jahr lang in der Praxis beobachtet dann in einem zweiten Futterhaus-Bau gleich ein paar Verbesserungen eingebracht. Baupläne gibt es nicht !
Die begleitenden Bilder des Zusammenbaus sind von meinem überarbeiteten letzten Eichhörnchen-Futterhaus. Mit meinen Informationen und Bildbeispielen hier können mit ein wenig Zeit und Geschick viel geeignetere Futterkästen entstehen, als ein Großteil von denen, die im Internet zu sehen sind oder in vielen Baumärkten und anderswo angeboten werden.

Abschließendes:

Mit einer ähnlichen Futterstation bereichern sie ihren Garten und helfen den Eichhörnchen wirklich. Alles im Garten ist von der Natur wunderschön gestaltet, Blätter, Blüten, Früchte, Geschöpfe wie Vögel , Säuger und viele andere — schaffen sie sich ein kleines „Möbelstück“ für den Garten anstatt nur eine zweckdienliche Kiste hinzuhängen, die möglicherweise sogar die Gesundheit der Eichhörnchen gefährdet.
Ich wünsche ihnen eine schöne Zeit, beim Beobachten dieser munteren und schönen Tiere.

20. Februar 2018 | | Spezial

Dass uns der Anblick der Tiere so ergötzt, beruht hauptsächlich darauf, dass es uns freut, unser eigenes Wesen so vereinfacht vor uns zu sehn. Arthur Schopenhauer