Rundblättriger Sonnentau
Rundblättriger Sonnentau

Eine unwiderstehliche Insektenfalle

Es ist nur eine kleine Ansammlung an Sonnentaupflanzen, die sich hier zwischen hohen Gräsern und auf einem dickem Moosteppich versteckt. Von den drei in Deutschland vorkommenden Arten dieser geschützten Gewächse habe ich in der Holsteinischen Schweiz bisher nur den rundblättrigen Sonnentau gefunden.

Kaum größer als ein kleiner Fingernagel sind die rundlichen Blätter, an denen sich feine Haare mit den vermeintlichen Tautropfen befinden. Diese bestehen tatsächlich aus einer klebrigen Substanz, die kleine Insekten, die an den Blattfortsätzen hängenbleiben, festhält und zersetzt. Drüsen auf der Blattoberfläche nehmen dann das Sekret auf und die Pflanze kommt so an ihre Nährstoffe. Die Wurzeln der Pflanze dienen lediglich der Verankerung und der Wasseraufnahme.

Um kleine Gewächse wie den Rundblättrigen Sonnentau abzulichten, brauche ich eine Nahlinse und einen neigbaren Monitor an der Kamera, der für Perspektiven flach über den Boden sehr von Vorteil ist. Wer die Augen offen hält und den Blick für die Kleinigkeiten nicht verliert, entdeckt dann unter Umständen solche kleinen Spezialisten, die ihre Nische auf eher feuchten Untergründen in der Natur gefunden haben.

11. September 2012 | | Motiv des Monats

Wie kahl und jämmerlich würde manches Stück Erde aussehen, wenn kein Unkraut darauf wüchse! Wilhelm Raabe